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· 6 Min. Lesezeit· Sandor Farkas

EMC-Storage nach End of Life: Optionen für veraltete Speichersysteme

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Abstraktes Titelbild zum Thema EMC-Storage nach End of Life: Optionen für veraltete Speichersysteme (KI-generiert)

Ihr Speichersystem läuft seit Jahren stabil. Kein Ausfall, keine Beschwerden. Doch der Herstellersupport ist Geschichte. Die EMC Clariion Wartung durch den Hersteller endete bereits vor Jahren. Die VNX-Reihe folgte, und auch ältere Unity-Modelle stehen auf der Abkündigungsliste. Viele Unternehmen im Mittelstand betreiben diese Systeme trotzdem weiter. Verständlich, denn die Hardware tut ja ihren Dienst.

Die Frage ist nur: Wer hilft Ihnen, wenn etwas kaputtgeht? Dieser Artikel erklärt, was das Support-Ende für EMC-Systeme konkret bedeutet. Und er zeigt drei Wege, wie Sie damit umgehen können.

Was End of Life bei EMC-Storage bedeutet

Hersteller wie Dell EMC pflegen ihre Produkte nicht ewig. Jedes Speichersystem durchläuft einen Lebenszyklus mit festen Terminen. Am Ende steht das End of Life, oft auch End of Service Life genannt.

Ab diesem Datum passiert Folgendes: Der Hersteller liefert keine Firmware-Updates mehr. Er garantiert keine Ersatzteile mehr. Und er nimmt keine Support-Anfragen mehr an. Ihr Wartungsvertrag läuft aus und lässt sich nicht verlängern.

Das System selbst schaltet sich deshalb nicht ab. Es läuft weiter wie bisher. Aber Sie tragen ab jetzt das volle Risiko allein.

Betroffen sind bei EMC vor allem drei Produktlinien. Die Clariion-Reihe verlor ihren Herstellersupport schon vor Jahren. Die VNX-Systeme erreichten ihr Support-Ende je nach Modell zwischen 2020 und 2023. Bei der Unity-Familie kündigt Dell die ersten Modelle schrittweise ab. Nur die neueren Unity-XT-Systeme werden derzeit noch voll unterstützt.

Was passiert, wenn Sie nichts tun

Ein Speichersystem ohne Support ist wie ein Auto ohne Werkstatt. Es fährt, bis das erste Teil versagt. Dann wird es teuer und hektisch.

Ausfallrisiko steigt mit jedem Jahr

Festplatten, Netzteile und Controller altern. In einem zehn Jahre alten System fallen Komponenten häufiger aus. Ohne Wartungsvertrag gibt es keine garantierten Ersatzteile. Sie suchen dann auf dem Gebrauchtmarkt, während Ihre Produktion steht.

Dabei geht es um Ihre Daten. Ein defekter Storage trifft alle Systeme, die darauf zugreifen. Datenbanken, Dateiablagen, virtuelle Maschinen: alles hängt am Speicher. Welche Folgen das haben kann, beschreibt unser Artikel über die Risiken von End-of-Life-Storage im Detail.

Sicherheitslücken bleiben offen

Auch Speichersysteme haben Software. Controller-Firmware, Management-Oberflächen, Schnittstellen. Werden dort Lücken entdeckt, schließt sie nach dem Support-Ende niemand mehr. Das Management-Interface eines alten Storage-Systems gehört deshalb niemals offen ins Netzwerk.

Compliance wird zum Problem

Die DSGVO verlangt Datenschutz nach dem Stand der Technik. Ein Speichersystem ohne Sicherheits-Updates erfüllt diesen Anspruch kaum noch. Auch Versicherer und Auditoren fragen inzwischen gezielt nach ungepflegter Hardware. Wer hier keine Antwort hat, riskiert mehr als nur einen Ausfall.

Option 1: Drittwartung für EMC-Systeme

Drittwartung bedeutet: Ein unabhängiger Dienstleister übernimmt den Support, den der Hersteller beendet hat. Solche Anbieter halten Ersatzteile für Clariion, VNX und Unity auf Lager. Sie stellen Techniker, definieren Reaktionszeiten und betreuen Systeme oft noch viele Jahre nach dem offiziellen Support-Ende.

Für die EMC Clariion Wartung ist das häufig der einzige realistische Weg. Der Hersteller bietet schlicht nichts mehr an. Drittwartung kostet dabei oft deutlich weniger als die letzten Wartungsverträge des Herstellers.

Die Grenzen sollten Sie aber kennen. Ein Drittwartungs-Anbieter tauscht Hardware und hält das System am Laufen. Neue Firmware-Funktionen oder Sicherheits-Patches kann er nicht entwickeln. Er verlängert die Lebenszeit, aber er verjüngt das System nicht. Ob sich das für Ihre Situation rechnet, beleuchtet unser Beitrag zur Drittwartung für EMC, NetApp und HPE.

Drittwartung passt gut, wenn Sie Zeit gewinnen wollen. Etwa weil eine Migration geplant ist, aber erst im nächsten Budgetjahr. Oder weil das System ohnehin in zwei Jahren abgelöst wird.

Option 2: Migration auf aktuelle Dell-EMC-Systeme

Der zweite Weg: Sie ersetzen das alte System durch ein aktuelles. Dell bietet mit PowerStore und Unity XT direkte Nachfolger an. Der Vorteil liegt auf der Hand. Sie bekommen wieder vollen Herstellersupport, aktuelle Firmware und moderne Technik. Neue Systeme sind zudem schneller und sparsamer im Stromverbrauch.

Der Nachteil: Eine Storage-Migration ist ein Projekt, kein Einkauf. Daten müssen im laufenden Betrieb umziehen. Anbindungen an Server und Backup-Systeme müssen neu geplant werden. Rechnen Sie je nach Datenmenge mit mehreren Wochen bis Monaten Vorlauf.

Auch die Kosten sind erheblich. Neben der Hardware zahlen Sie Lizenzen, Migration und einen neuen Wartungsvertrag. Dafür haben Sie das Thema dann für die nächsten Jahre vom Tisch.

Option 3: Wechsel zu Alternativen

Das Support-Ende ist auch eine Gelegenheit, die Grundsatzfrage zu stellen. Muss es wieder ein klassisches SAN-System sein? SAN steht für Storage Area Network, also ein eigenes Speichernetzwerk im Rechenzentrum.

Alternativen gibt es einige. Andere Hersteller wie NetApp oder HPE bieten vergleichbare Systeme an. Cloud-Speicher kann Archivdaten günstiger aufnehmen als eigene Hardware. Und für virtuelle Umgebungen gibt es Lösungen, die Speicher direkt in die Server integrieren.

Welcher Weg passt, hängt von Ihren Daten ab. Wie viel wächst der Bestand? Welche Zugriffszeiten brauchen Ihre Anwendungen? Was darf in die Cloud, was muss im Haus bleiben? Eine ehrliche Bestandsaufnahme kommt vor jeder Kaufentscheidung. Einen strukturierten Vergleich der Wege finden Sie in unserem Überblick zu Wartung und Migration bei EOL-Storage.

Wie Sie sich entscheiden

Drei Fragen bringen Sie der Antwort näher.

Erstens: Wie lange soll das System noch laufen? Unter drei Jahren spricht vieles für Drittwartung. Darüber lohnt sich die Migration meist eher.

Zweitens: Wie kritisch sind die Daten? Ein Archivsystem mit Kopien an anderer Stelle verträgt mehr Risiko. Der zentrale Speicher für Ihre Produktion verträgt keines.

Drittens: Was kostet ein Tag Stillstand? Wer diese Zahl kennt, verhandelt anders über Wartungsverträge. Was ein guter Vertrag regeln muss, zeigt unsere Checkliste für Storage-Wartungsverträge.

Wichtig ist vor allem eines: eine bewusste Entscheidung. Das Risiko einfach weiterlaufen zu lassen ist auch eine Entscheidung. Nur trifft sie dann irgendwann die Hardware für Sie.

Fazit: Handeln, bevor der Ernstfall entscheidet

EMC-Systeme wie Clariion, VNX und ältere Unity-Modelle laufen oft noch zuverlässig. Aber ohne Herstellersupport wächst das Risiko still im Hintergrund. Was sich dort über Jahre angesammelt hat, zeigt sich meist im ungünstigsten Moment.

Sie haben drei Wege: Drittwartung kauft Zeit. Migration löst das Problem grundlegend. Ein Wechsel zu Alternativen kann beides verbinden. Welcher Weg für Sie passt, lässt sich klären. Meist reicht ein Blick auf Ihre Systeme und Ihre Pläne.

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