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· 5 Min. Lesezeit· Sandor Farkas

Ist Open Source sicher? Was Entscheider über freie Software wissen müssen

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Ist Open Source sicher? Was Entscheider über freie Software wissen müssen

Ist Open Source sicher? Diese Frage hören wir oft. Sie kommt von Geschäftsführern, IT-Leiterinnen und Nachfolgern, die wissen wollen, ob freie Software ein Risiko für ihr Unternehmen ist. Die ehrliche Antwort lautet: Es kommt darauf an. Nicht auf die Lizenz. Sondern auf die Pflege.

Open Source bedeutet, dass der Quellcode einer Software öffentlich einsehbar ist. Jeder darf ihn lesen, nutzen und verändern. Das klingt für viele erst einmal unsicher. Wenn jeder den Code sieht, sieht doch auch jeder Angreifer die Schwachstellen? Diese Sorge ist verständlich. Sie greift aber zu kurz.

Dieser Artikel erklärt, was die Sicherheit von freier Software wirklich bestimmt. Er räumt mit zwei verbreiteten Mythen auf und zeigt, worauf Sie als Entscheider achten sollten.

Der erste Mythos: Offener Code ist automatisch unsicher

Viele glauben, sichtbarer Code sei eine Einladung für Angreifer. Die Logik klingt einleuchtend. Sie ist trotzdem falsch.

Sicherheit durch Geheimhaltung ist ein schwaches Konzept. Fachleute nennen es "Security through obscurity". Eine Software wird nicht sicher, nur weil niemand ihren Code sieht. Sie wirkt nur sicher. Sobald jemand die Schwachstelle findet, ist sie offen.

Bei Open Source schaut hingegen oft eine große Gemeinschaft auf den Code. Tausende Entwickler, Sicherheitsforscher und Unternehmen prüfen verbreitete Projekte. Fehler fallen schneller auf. Lücken werden öffentlich gemeldet und geschlossen.

Bekannte Projekte wie der Linux-Kernel, die Datenbank PostgreSQL oder die Programmiersprache PHP profitieren von dieser Aufmerksamkeit. Viele Augen finden mehr Fehler als ein geschlossenes Team hinter verschlossenen Türen.

Das heißt nicht, dass Open Source immer sicher ist. Es heißt nur: Offenheit allein macht Software nicht unsicher.

Der zweite Mythos: Open Source ist immer sicherer als kommerzielle Software

Manche drehen das Argument um. Open Source sei wegen der vielen Prüfer grundsätzlich sicherer als kommerzielle Produkte. Auch das stimmt so nicht.

Die "vielen Augen" gibt es nur bei populären Projekten. Eine kleine Bibliothek, die ein einzelner Entwickler in seiner Freizeit pflegt, hat oft niemanden, der über die Sicherheit wacht. Genau solche Komponenten stecken aber in vielen Anwendungen.

Ein bekanntes Beispiel ist Log4j, eine weit verbreitete Java-Bibliothek. Ende 2021 wurde dort eine schwere Sicherheitslücke entdeckt. Millionen Systeme weltweit waren betroffen, viele davon in Unternehmen. Die Software war Open Source. Sicher war sie deshalb nicht. Viele Betreiber wussten nicht einmal, dass sie diese Bibliothek im Einsatz hatten. Sie steckte tief in anderen Programmen.

Die Wahrheit liegt dazwischen. Open Source ist weder grundsätzlich sicherer noch grundsätzlich unsicherer. Entscheidend ist, ob die Software aktiv gepflegt wird.

Worauf es bei der Sicherheit wirklich ankommt

Wenn nicht die Lizenz über Sicherheit entscheidet, was dann? Diese vier Punkte zählen.

Wird das Projekt aktiv gepflegt?

Eine gesunde Open-Source-Software bekommt regelmäßig Updates. Es gibt aktive Entwickler. Gemeldete Fehler werden behoben. Schauen Sie, wann das letzte Update erschien. Liegt es Jahre zurück, ist Vorsicht geboten. Ein verwaistes Projekt ist ein Risiko, egal wie gut der Code einmal war.

Hat die Software ein End of Life erreicht?

Auch freie Software hat einen Lebenszyklus. Irgendwann endet der offizielle Support. Danach gibt es keine Sicherheits-Updates mehr. Was "End of Life" für Ihre Systeme bedeutet, sollten Sie für jede eingesetzte Komponente kennen. Eine veraltete Version ist offen für bekannte Angriffe.

Werden die Abhängigkeiten aktualisiert?

Moderne Software besteht selten aus einer Datei. Sie nutzt dutzende oder hunderte fremde Bausteine. Diese Bausteine heißen Abhängigkeiten. Jeder davon kann eine Lücke enthalten. Veraltete Abhängigkeiten sind eine der häufigsten Ursachen für Sicherheitsrisiken in alter Software. Wer sie nicht pflegt, sammelt still Risiken an.

Wird die Software bei Ihnen überhaupt überwacht?

Die beste Software nützt wenig, wenn niemand auf sie achtet. Werden Updates eingespielt? Beobachtet jemand bekannte Sicherheitslücken? Gibt es ein Backup? Diese Fragen entscheiden über Ihre Sicherheit. Nicht die Frage, ob die Software offen oder geschlossen ist.

Was das für Ihr Unternehmen bedeutet

Vielleicht nutzen Sie Open Source, ohne es zu wissen. WordPress, Joomla und Typo3 sind Open Source. Viele Shop-Systeme auch. Die Sprache PHP, auf der diese Systeme laufen, ist ebenfalls frei. Die Frage ist also nicht, ob Sie freie Software einsetzen. Sie tun es mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits.

Die richtige Frage lautet: Wird diese Software gepflegt? Eine Open-Source-Anwendung, die seit Jahren niemand aktualisiert hat, ist genauso riskant wie ein veraltetes kommerzielles Produkt. Manchmal riskanter, weil bekannte Lücken öffentlich dokumentiert sind.

Hier sammelt sich oft etwas an, das lange unsichtbar bleibt. Veraltete Versionen, ungepatchte Bausteine, fehlende Updates. Irgendwann wird daraus ein Problem. Eine regelmäßige Software-Wartung sorgt dafür, dass es nicht so weit kommt.

Open Source richtig einsetzen: eine kurze Checkliste

Sie müssen kein Entwickler sein, um die Sicherheit Ihrer Software grob einzuschätzen. Diese Fragen helfen weiter.

Wird die eingesetzte Software noch offiziell unterstützt? Wann kam das letzte Update? Werden die Abhängigkeiten regelmäßig aktualisiert? Gibt es eine verantwortliche Person oder einen Dienstleister, der die Sicherheit im Blick behält? Existiert ein getestetes Backup?

Wenn Sie eine dieser Fragen nicht beantworten können, ist das kein Grund zur Panik. Es ist ein guter Zeitpunkt, einmal genauer hinzuschauen.

Fazit: Sicherheit ist eine Frage der Pflege

Ist Open Source sicher? Freie Software ist nicht von Natur aus unsicher. Sie ist auch nicht von Natur aus sicher. Sicher wird Software durch aktive Pflege, regelmäßige Updates und jemanden, der hinschaut.

Open Source bietet einen Vorteil, den geschlossene Software nicht hat. Sie sind nicht von einem einzigen Hersteller abhängig. Sie können die Pflege selbst übernehmen oder übernehmen lassen. Das gibt Ihnen Kontrolle. Vorausgesetzt, jemand nutzt sie.

Sie wissen nicht, ob Ihre Software gepflegt wird oder Lücken angesammelt hat? Sprechen Sie uns an. Wir schauen uns Ihr System an und sagen Ihnen ehrlich, wo Sie stehen. Das Erstgespräch ist kostenlos.

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