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· 6 Min. Lesezeit· Sandor Farkas

Joomla 4 Migration: Was auf Sie zukommt und wie man es richtig macht

CMS & FrameworksJoomlaMigrationUpdate

Die Joomla 3 auf Joomla 4 Migration ist kein normales Update. Ein Klick auf "Aktualisieren" reicht nicht. Wer das unterschätzt, riskiert Datenverlust, eine kaputte Website oder beides.

Dieser Artikel erklärt ehrlich, was diese Migration bedeutet, welche Schritte notwendig sind und wann Sie externe Hilfe benötigen.

Warum Joomla 3 keine Option mehr ist

Joomla 3 ist seit dem 17. August 2023 offiziell End of Life. Das bedeutet: keine Sicherheits-Updates mehr, keine Fehlerkorrekturen, kein Support vom Joomla-Entwicklungsteam.

"End of Life" klingt technisch und weit weg. In der Praxis heißt es: Ihre Website läuft auf Software, die niemand mehr absichert.

Neu entdeckte Sicherheitslücken in Joomla 3 werden nicht mehr geschlossen. Bekannte Schwachstellen bleiben offen. Automatische Scans von Angreifern erkennen veraltete Joomla-Versionen zuverlässig.

Gleichzeitig fallen Joomla-3-Extensions nach und nach aus der Wartung. Extensions sind Erweiterungen und Plugins, die zusätzliche Funktionen bereitstellen. Wer heute noch auf Joomla 3 setzt, hat morgen Extensions, für die es keine Updates mehr gibt.

Jede Woche auf Joomla 3 ist eine Woche mit offenen Sicherheitslücken. Das ist kein Alarmismus. Das ist Mathematik.

Was die Joomla 3 auf Joomla 4 Migration besonders macht

Bei einem normalen WordPress-Update übernimmt der Kern die Kompatibilität weitgehend selbst. Bei der Joomla 3 auf Joomla 4 Migration ist das anders.

Joomla 4 wurde von Grund auf neu strukturiert. Das dahinterliegende Framework wurde ausgetauscht. Das hat konkrete Auswirkungen.

Templates funktionieren nicht mehr. Joomla-3-Templates sind mit Joomla 4 inkompatibel. Sie brauchen entweder ein neues Template oder eine vollständige Portierung des alten.

Extensions müssen einzeln geprüft werden. Nicht jede Erweiterung hat eine Joomla-4-Version. Manche Hersteller haben die Entwicklung eingestellt. Manche Extensions existieren schlicht nicht mehr.

Datenbanktabellen werden umstrukturiert. Joomla 4 verwendet eine andere Datenbankstruktur. Der Migrationsprozess muss diese Daten korrekt übertragen. Fehler dabei führen zu Datenverlust.

Das klingt aufwändig. Das ist es auch. Aber es ist planbar.

Was vor der Migration zu klären ist

Bevor die erste Datei verändert wird, braucht es eine Bestandsaufnahme. Dieser Schritt wird oft übersprungen. Das ist ein Fehler.

Welche Extensions sind im Einsatz?

Listen Sie alle installierten Erweiterungen auf. Für jede Extension ist zu prüfen: Gibt es eine Joomla-4-kompatible Version? Wenn nicht, gibt es eine Alternative? Wenn auch nicht, muss die Funktionalität neu gebaut oder ersetzt werden.

Dieser Schritt bestimmt den Aufwand der Migration maßgeblich. Wer zehn aktiv genutzte Extensions hat, von denen drei keine Joomla-4-Version haben, steht vor einer anderen Aufgabe als jemand mit zwei Extensions, die beide unterstützt werden.

Welches Template wird verwendet?

Bei einem kommerziellen Template ist oft ein Upgrade auf eine Joomla-4-Version verfügbar, manchmal gegen eine Gebühr. Bei einem individuell entwickelten Template ist eine Neuentwicklung oder Portierung notwendig. Das ist häufig der teuerste Teil der Migration.

Welche Inhalte gibt es?

Artikel, Kategorien, Menüs, Benutzer, Formulardaten: Alles muss nach der Migration vollständig und funktionstüchtig sein. Eine sorgfältige Inhaltsprüfung nach dem Umzug ist keine Option, sie ist Pflicht.

Wie die Migration technisch abläuft

Es gibt zwei grundlegende Migrationswege.

Weg 1: Direktmigration mit dem Joomla Migration Tool. Joomla stellt ein offizielles Migrationswerkzeug bereit. Es überträgt Kerninhalte automatisch. Extensions und Template müssen aber separat gehandhabt werden.

Weg 2: Parallele Neuinstallation. Eine frische Joomla-4-Installation wird aufgesetzt. Inhalte werden schrittweise übertragen, Extensions neu installiert, das Template neu aufgebaut. Dieser Weg ist aufwändiger, aber sicherer. Besonders bei komplexen Websites ist er zu empfehlen.

In beiden Fällen gilt: Die Migration findet nie direkt auf der laufenden Website statt. Eine Testumgebung ist Voraussetzung. Wer das überspringt, riskiert Ausfälle in der Produktion.

Welche Fehler am häufigsten passieren

Aus der Praxis mit Legacy Software wissen wir: Fehler bei Migrationen entstehen selten zufällig. Es sind meist dieselben.

Kein vollständiges Backup vor der Migration. Klingt selbstverständlich. Ist es aber nicht. Viele Backups sind unvollständig oder wurden nie getestet.

Unvollständige Extension-Prüfung. Eine Extension funktioniert auf den ersten Blick, hat aber in einem Randbereich einen Fehler. Der fällt erst nach dem Go-Live auf.

Template-Probleme unterschätzt. Das alte Template sieht in der Vorschau gut aus, hat aber Darstellungsfehler auf bestimmten Geräten oder in bestimmten Browsern.

Kein Rollback-Plan. Was passiert, wenn etwas schiefläuft? Wer keine Antwort auf diese Frage hat, sollte mit der Migration warten, bis er eine hat.

Wie viel Zeit und Geld kostet die Migration?

Eine ehrliche Antwort: Es hängt stark vom Einzelfall ab.

Eine einfache Joomla-Website mit wenigen Seiten, einem Standard-Template und zwei Extensions braucht vielleicht einen bis zwei Tage.

Eine Website mit individuellem Template, zwanzig Extensions, komplexen Formularen und benutzerdefinierten Funktionen kann mehrere Wochen dauern.

Was die Kosten bestimmt: die Anzahl und Komplexität der Extensions, der Zustand des Templates, die Menge der Inhalte und die vorhandene Dokumentation.

Viele Joomla-3-Systeme haben über die Jahre technische Schulden angesammelt. Schnelle Lösungen von früher, Extensions die nie sauber konfiguriert wurden, Anpassungen ohne Dokumentation. Diese werden bei einer Migration sichtbar. Das ist keine schlechte Nachricht. Es ist eine Gelegenheit, aufzuräumen.

Richtwerte für die Kosten: Einfache Websites liegen zwischen 500 und 2.000 Euro. Mittlere Projekte zwischen 2.000 und 8.000 Euro. Komplexe Systeme mit individuellen Anpassungen können deutlich darüber liegen. Eine konkrete Zahl gibt es erst nach einer Analyse des Systems.

Soll ich migrieren oder neu aufbauen?

Das ist die Frage, die am Ende oft offen bleibt.

Eine Migration zu Joomla 4 macht Sinn, wenn das Design noch passt, die Inhaltsstruktur gut ist und Joomla-4-kompatible Extensions für alle Kernfunktionen verfügbar sind.

Ein Neuaufbau macht Sinn, wenn das Design ohnehin überarbeitet werden soll, viele Extensions keine Joomla-4-Version haben oder die Website grundsätzlich neu strukturiert werden soll.

Es gibt keine universelle Antwort. Die Entscheidung hängt davon ab, was die Website heute leistet und was sie morgen leisten soll.

Manchmal lohnt sich auch ein Blick auf andere Systeme. Wer mit Joomla nie wirklich warm geworden ist und dessen Team heute vor allem mit WordPress oder anderen CMS arbeitet, sollte diesen Zeitpunkt als Gelegenheit sehen. Ein Systemwechsel kostet einmalig Geld, erspart aber auf Jahre hinaus Migrationsaufwand.

Kann ich das selbst machen?

Wenn Sie technisch erfahren sind, eine Entwicklungsumgebung kennen und ausreichend Zeit mitbringen: vielleicht.

Wenn Ihre Website geschäftskritisch ist und Sie sich nicht sicher sind, was alle Extensions tun: lieber nicht.

Die häufigsten Probleme bei selbst durchgeführten Migrationen entstehen durch fehlende Backups, unvollständige Tests und Extension-Konflikte, die erst nach dem Go-Live auffallen. Der Aufwand, einen solchen Fehler nachträglich zu beheben, übersteigt oft die Kosten einer sauber durchgeführten Migration.

Das ist kein Argument gegen Eigeninitiative. Es ist ein Argument für eine realistische Einschätzung.

Fazit: Joomla 3 ist End of Life, Warten kostet mehr

"Läuft noch" ist kein Wartungsplan. Joomla 3 läuft noch. Aber jeder weitere Monat bedeutet ein höheres Sicherheitsrisiko, weniger Support für Extensions und eine wachsende Lücke zu aktuellen Webstandards.

Die Joomla 3 auf Joomla 4 Migration ist kein Quick-Fix. Sie braucht Vorbereitung, eine Testumgebung und eine klare Vorgehensweise. Wer das einplant, hat die Kontrolle über den Prozess.

Sprechen Sie uns an. Das Erstgespräch ist kostenlos. Wir schauen uns Ihr System an und sagen Ihnen ehrlich, welcher Weg für Ihre Situation sinnvoll ist und was er realistisch kostet.

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