Long Term Support (LTS): Was das bedeutet und warum Unternehmen nur LTS nutzen sollten

Ihr Server läuft auf Ubuntu. Ihre Anwendung auf Node.js oder PHP. Beides gibt es in vielen Versionen, und nicht jede wird gleich lange gepflegt. Long Term Support, kurz LTS, entscheidet darüber, wie lange eine Version Sicherheits-Updates bekommt. Wer das Kürzel ignoriert, steht schneller ohne Schutz da als gedacht. Manchmal schon nach neun Monaten.
Dieser Artikel erklärt, was Long Term Support bedeutet, welche bekannten Projekte LTS-Versionen anbieten und warum im Produktionsbetrieb nur diese Versionen laufen sollten.
Was bedeutet Long Term Support?
LTS steht für Long Term Support, auf Deutsch: Langzeit-Unterstützung. Eine LTS-Version ist eine Version, die der Hersteller über mehrere Jahre pflegt. Sie bekommt in dieser Zeit Security-Patches, also Korrekturen für neu entdeckte Sicherheitslücken.
Das Gegenstück sind normale Versionen, oft "Current" oder "Standard Term Support" genannt. Sie enthalten die neuesten Funktionen. Dafür endet ihre Pflege früh, teils schon nach wenigen Monaten.
Der Unterschied steckt im Versprechen des Herstellers: Wie lange kümmert sich jemand um diese Version?
Irgendwann endet auch der längste Support. Dann erreicht die Version ihr End of Life. Was genau dahinter steckt, erklären wir im Artikel über End of Life, End of Support und End of Maintenance.
Warum gibt es überhaupt zwei Arten von Versionen?
Software-Projekte haben zwei Zielgruppen mit gegensätzlichen Wünschen.
Entwickler wollen neue Funktionen ausprobieren. Für sie gibt es die schnellen Versionen mit kurzer Pflege. Wer dort auf ein Problem stößt, aktualisiert einfach auf die nächste Version.
Unternehmen wollen das Gegenteil: Stabilität. Ein System, das heute läuft, soll auch in drei Jahren laufen, ohne ständige Umbauten. Genau dafür gibt es LTS. Der Hersteller friert den Funktionsumfang ein und liefert nur noch Korrekturen. Das Risiko, dass ein Update etwas kaputt macht, sinkt deutlich.
Welche Projekte bieten LTS-Versionen an?
Die Regeln unterscheiden sich von Projekt zu Projekt. Ein Überblick über die wichtigsten Fälle.
Ubuntu und andere Linux-Systeme
Ubuntu ist das bekannteste Beispiel. Alle zwei Jahre erscheint im April eine LTS-Version, etwa Ubuntu 24.04. Sie bekommt fünf Jahre lang Standard-Updates. Die Zwischenversionen dagegen nur neun Monate.
Ein Server auf einer Nicht-LTS-Version von Ubuntu ist deshalb ein Wartungsfall mit Ansage. Auch Debian und andere Distributionen pflegen ihre stabilen Versionen über Jahre. Was passiert, wenn diese Fristen ablaufen, zeigt unser Artikel über Server-Betriebssysteme am End of Life.
Node.js
Bei Node.js werden nur Versionen mit gerader Nummer zur LTS-Version, also 20, 22, 24. Sie erhalten insgesamt rund drei Jahre Pflege. Die ungeraden Versionen sind Experimentierfelder. Ihre Unterstützung endet wenige Monate nach Erscheinen des Nachfolgers.
Für den Produktionsbetrieb heißt das: immer die gerade Nummer wählen.
Java und .NET
Java-Anwendungen laufen im Unternehmen meist auf den LTS-Versionen 11, 17 oder 21. Diese pflegen Oracle und andere Anbieter über viele Jahre. Die Versionen dazwischen sind nach sechs Monaten Geschichte.
Microsoft macht es bei .NET ähnlich. Alle zwei Jahre erscheint eine LTS-Version mit drei Jahren Support. Die Versionen dazwischen bekommen nur 18 Monate.
Und PHP?
PHP ist ein Sonderfall. Ein offizielles LTS-Etikett gibt es dort nicht. Stattdessen gilt für jede Version derselbe Zeitplan: rund zwei Jahre aktive Pflege, danach etwa zwei weitere Jahre Sicherheits-Updates.
Faktisch verhält sich damit jede PHP-Version wie eine kurze LTS-Version. Umso wichtiger ist der Blick auf das Ablaufdatum. Welche Version Sie heute einsetzen sollten, steht in unserem Artikel zur aktuellen PHP-Version.
Warum Unternehmen im Betrieb nur LTS einsetzen sollten
Die kurze Antwort: weil niemand alle sechs Monate ein Update-Projekt stemmen will.
Die längere Antwort hat drei Teile.
Erstens die Sicherheit. Eine Version ohne Support bekommt keine Patches mehr. Jede neu entdeckte Lücke bleibt offen. Angreifer scannen das Internet automatisiert nach genau solchen Systemen. Jeder Monat ohne Updates sammelt Risiko an, still und unsichtbar.
Zweitens die Planbarkeit. LTS-Versionen haben ein öffentliches Ablaufdatum. Sie wissen heute, wann Ubuntu 24.04 oder Java 21 aus der Pflege fällt. Damit lässt sich ein Update Jahre im Voraus einplanen und budgetieren. Bei kurzlebigen Versionen rennen Sie den Terminen dagegen ständig hinterher.
Drittens die Kompatibilität. Bibliotheken, Datenbanken und Hosting-Anbieter richten sich nach den LTS-Versionen. Wer darauf setzt, bekommt getestete Kombinationen. Wer die neueste Version einsetzt, testet oft selbst.
Ein Einwand kommt an dieser Stelle häufig: "Dann verpassen wir doch die neuen Funktionen." Stimmt, für ein oder zwei Jahre. Für die meisten Geschäftsanwendungen ist das kein Verlust. Eine Warenwirtschaft braucht keine experimentellen Sprachfeatures. Sie braucht Sicherheits-Updates.
Was Sie jetzt konkret tun können
Sie müssen dafür kein Techniker sein. Drei Schritte reichen für den Anfang.
Verschaffen Sie sich zuerst einen Überblick. Welche Betriebssysteme, Sprachen und Datenbanken laufen bei Ihnen? Ihr Dienstleister oder Ihre IT kann diese Liste in kurzer Zeit erstellen.
Prüfen Sie dann die Support-Zeiträume. Die Website endoflife.date zeigt für hunderte Produkte, wie lange jede Version gepflegt wird. Steht dort ein Datum in der Vergangenheit, haben Sie ein Thema gefunden.
Planen Sie schließlich die Übergänge. Ein Update von LTS zu LTS ist ein normales Projekt mit klarem Termin. So bleibt es Routine.
Wenn dabei Systeme auftauchen, die längst ohne Support laufen, lohnt ein genauerer Blick. Solche Altlasten verschwinden nicht von allein. Sie lassen sich aber Schritt für Schritt tilgen.
Fazit: LTS ist die Version für Erwachsene
LTS ist am Ende eine Betriebsentscheidung, kein Entwickler-Thema. LTS-Versionen geben Ihnen planbare Termine und jahrelang Sicherheits-Updates.
Die Regel für den Produktionsbetrieb ist deshalb einfach. Setzen Sie auf LTS-Versionen. Notieren Sie deren Ablaufdaten. Planen Sie Updates, bevor der Support endet.
Sie wissen nicht, auf welchen Versionen Ihre Systeme laufen? Oder Sie wissen es und das Ergebnis beunruhigt Sie? Sprechen Sie uns an. Wir verschaffen Ihnen Klarheit. Das Erstgespräch ist kostenlos.


