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· 6 Min. Lesezeit· Sandor Farkas

SAP-Wartungskosten nach Maintenance-Ende: Was Unternehmen jetzt planen müssen

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Abstraktes Titelbild zum Thema SAP-Wartungskosten nach Maintenance-Ende: Was Unternehmen jetzt planen müssen (KI-generiert)

Ihr Unternehmen arbeitet mit SAP ECC. Das System läuft stabil, die Prozesse sitzen. Doch das Enddatum steht fest: Ende 2027 beendet SAP die Mainstream-Maintenance für ECC 6.0. Danach wird die SAP-Wartung teurer, eingeschränkter oder beides. Viele Entscheider schieben die Frage auf, weil die Migration auf S/4HANA ein Großprojekt ist. Die Kostenfrage stellt sich aber schon heute. Dieser Artikel erklärt, welche Wartungsoptionen nach dem Maintenance-Ende bestehen. Er nennt konkrete Zahlen. Und er zeigt, wie Sie das Timing Ihrer Entscheidung planen.

Was bedeutet Maintenance bei SAP?

Maintenance ist das englische Wort für Wartung. Bei SAP steckt dahinter ein festes Leistungspaket. Es umfasst Fehlerkorrekturen, Sicherheits-Patches und rechtliche Anpassungen. Gerade der letzte Punkt wird oft unterschätzt. Ändert der Gesetzgeber Steuersätze oder Meldepflichten, liefert SAP die passende Anpassung. Ohne Wartung müssten Sie solche Änderungen selbst nachbauen. Bei Lohnabrechnung und Umsatzsteuer ist das kein Randthema.

SAP ECC steht für ERP Central Component. Das ist die klassische SAP-Generation, die viele Unternehmen seit den 2000er Jahren nutzen. Für ECC 6.0 endet die Mainstream-Maintenance am 31. Dezember 2027. Danach bietet SAP eine Extended Maintenance bis Ende 2030 an. Sie kostet einen Aufschlag von zwei Prozentpunkten auf die jährliche Wartungsgebühr. Wer auch danach nichts unternimmt, rutscht in die kundenspezifische Wartung. Dort gibt es keine neuen Patches mehr. Rechtliche Updates sind nicht mehr garantiert. Das System läuft weiter, aber niemand pflegt es mehr aktiv.

Was passiert, wenn Sie nichts entscheiden?

Nichts zu tun ist auch eine Entscheidung. Nur trifft man sie dann zu den Konditionen von SAP.

Die Wartungsgebühr steigt

Die reguläre SAP-Wartung kostet je nach Vertrag rund 20 bis 22 Prozent des Lizenzwerts pro Jahr. Mit der Extended Maintenance kommen zwei Prozentpunkte dazu. Sie zahlen also mehr und bekommen dafür nichts Neues. Die Verlängerung kauft Zeit, tilgt aber nichts.

Sicherheit und Compliance leiden

Ohne aktive SAP-Wartung bleiben neu entdeckte Sicherheitslücken offen. Ein ERP-System enthält Finanzdaten, Personaldaten und Kundendaten. Also genau die Daten, die die Datenschutz-Grundverordnung besonders schützt. Sie verlangt Schutzmaßnahmen nach dem Stand der Technik. Ein System ohne Patches erfüllt diesen Anspruch irgendwann nicht mehr. Dazu kommt die Wirtschaftsprüfung. Prüfer fragen zunehmend nach dem Supportstatus zentraler Systeme. Ein ERP ohne Wartungsvertrag taucht dann als Feststellung im Prüfbericht auf. Das kostet Erklärungsaufwand, und zwar jedes Jahr aufs Neue.

Das Wissen wird knapp

ECC-Berater und ABAP-Entwickler werden seltener. ABAP ist die Programmiersprache, in der SAP-Anpassungen geschrieben werden. Erfahrene Leute gehen in den Ruhestand oder wechseln auf S/4HANA-Projekte. Je später Sie handeln, desto teurer wird externe Unterstützung. Dieselbe Entwicklung kennen Sie vielleicht von anderen Altsystemen im Haus.

Der Projektdruck wächst

Eine S/4HANA-Migration dauert im Mittelstand meist ein bis drei Jahre. Wer erst 2029 startet, verhandelt unter Zeitdruck. Und wer unter Zeitdruck verhandelt, zahlt mehr. Das gilt für Lizenzen genauso wie für Beratertage.

Ihre vier Optionen nach dem Maintenance-Ende

Option 1: Extended Maintenance bei SAP buchen

Sie verlängern den offiziellen Support bis Ende 2030 und zahlen den Aufschlag. Das ist die bequemste Option. Sie eignet sich, wenn Ihre Migrationsplanung bereits steht und nur Zeit fehlt. Als Dauerlösung taugt sie nicht, denn 2030 endet auch diese Frist. Wer verlängert, ohne zu planen, verschiebt das Problem nur nach hinten.

Option 2: Drittwartung durch externe Anbieter

Spezialisierte Anbieter warten SAP-Systeme ohne Beteiligung von SAP. Die Ersparnis liegt oft bei rund der Hälfte der bisherigen Wartungsgebühr. Dafür verzichten Sie auf neue SAP-Releases und offizielle Updates. Rechtliche Anpassungen baut der Drittanbieter selbst. Wie dieses Modell grundsätzlich funktioniert, zeigt unser Artikel zur Drittwartung. Er behandelt Hardware, das Prinzip ist bei Software aber dasselbe. Drittwartung passt, wenn Sie ECC noch mehrere Jahre stabil betreiben wollen. Etwa weil die Migration erst später ins Budget passt.

Option 3: Migration auf S/4HANA

S/4HANA ist die aktuelle SAP-Generation. Die Migration ist ein Projekt, kein Update. Das Datenmodell ändert sich, Eigenentwicklungen müssen geprüft und angepasst werden. Dafür sichern Sie sich Wartung und Weiterentwicklung auf Jahre. Welche Wege bei einem ERP-Wechsel generell bestehen, beschreibt unser Beitrag zu ERP-Systemen am End of Life.

Option 4: Wechsel auf ein anderes ERP-System

Das Maintenance-Ende ist auch ein Anlass für Grundsatzfragen. Passt SAP noch zur Größe und Struktur Ihres Unternehmens? Manche Mittelständler fahren mit einem schlankeren ERP-System günstiger. Der Aufwand für einen Wechsel ähnelt allerdings dem einer S/4HANA-Migration. Diese Option lohnt die Prüfung, ersetzt aber keine schnelle Zwischenlösung.

Ein Rechenbeispiel für die Planung

Nehmen wir ein Unternehmen mit einem SAP-Lizenzwert von 500.000 Euro. Bei 22 Prozent Wartungsgebühr zahlt es heute 110.000 Euro pro Jahr. Mit Extended Maintenance werden daraus 120.000 Euro. Ein Drittwartungsanbieter läge bei ungefähr 55.000 Euro. Über drei Jahre ergibt das eine Spanne von 165.000 bis 360.000 Euro. Diese Differenz finanziert einen guten Teil einer Migrationsvorbereitung.

Die Zahlen ersetzen keine Vertragsanalyse. Sie zeigen aber, warum sich das Rechnen lohnt. Setzen Sie die Szenarien nebeneinander und ins Jahresbudget. Wie Sie dafür einen realistischen Posten ansetzen, erklärt unser Leitfaden zum Software-Wartungsbudget. Und verankern Sie das Enddatum in Ihrer Lebenszyklusplanung. Der Artikel zum IT-Lifecycle-Management zeigt, wie das ohne großen Apparat gelingt.

So finden Sie das richtige Timing

Rechnen Sie rückwärts vom Enddatum. Eine Migration mit zwei Jahren Laufzeit muss Anfang 2026 starten, um vor 2028 fertig zu sein. Wer diesen Zug verpasst hat, braucht eine Brücke: Extended Maintenance oder Drittwartung. Beides ist legitim, wenn dahinter ein Plan steht.

Drei Fragen helfen bei der Einordnung. Wie viele Eigenentwicklungen stecken in Ihrem ECC? Je mehr, desto länger dauert jede Migration. Wie abhängig ist Ihr Tagesgeschäft von rechtlichen Updates? Lohnabrechnung im System erhöht den Druck deutlich. Und wie belastbar ist Ihr internes SAP-Wissen? Wenn nur eine Person das System kennt, ist das ein größeres Risiko als jedes Enddatum.

Fazit: Entscheiden Sie, bevor SAP für Sie entscheidet

Das Maintenance-Ende von ECC kommt nicht überraschend. Es steht seit Jahren im Kalender. Trotzdem werden viele Unternehmen 2027 unvorbereitet sein. Dann bleiben nur noch die teuren Optionen. Wer jetzt rechnet, kann in Ruhe wählen: verlängern, Drittwartung oder migrieren. Jede dieser Optionen ist besser als keine Entscheidung.

Unsicher, welcher Weg zu Ihrem System passt? Wir schauen uns Ihre Situation an und rechnen die Szenarien mit Ihnen durch. Ehrlich, mit konkreten Zahlen und ohne Verkaufsdruck. Sprechen Sie uns an. Das Erstgespräch ist kostenlos.

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