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· 5 Min. Lesezeit· Sandor Farkas

Wie lange hält ein IT-System wirklich? Reale Zahlen zu Lebensdauern

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Abstraktes Titelbild zum Thema Wie lange hält ein IT-System wirklich? Reale Zahlen zu Lebensdauern (KI-generiert)

"Wie lange hält das noch?" Diese Frage stellt sich fast jeder, der ein IT-System betreibt, das älter als fünf Jahre ist. Wer nach der IT System Lebensdauer sucht, findet auf Herstellerseite meist eine klare Zahl: 5 bis 7 Jahre, dann Austausch. Die Antwort in echten Unternehmen sieht anders aus.

Server laufen zehn Jahre. Datenbanken zwölf. Manche Software läuft, seit sie einmal geschrieben wurde, ohne dass jemand die Jahre gezählt hat. Die IT System Lebensdauer liegt in der Praxis oft weit über dem, was Hersteller empfehlen. Das ist nicht automatisch ein Problem. Es wird eines, wenn niemand mehr weiß, was der Weiterbetrieb tatsächlich kostet.

Was Hersteller versprechen und was Systeme wirklich schaffen

Serverhersteller kalkulieren mit einem Produktlebenszyklus von 5 bis 7 Jahren. Danach endet häufig der Support, Ersatzteile werden knapp, Garantien laufen aus. Softwarehersteller setzen ähnliche Fristen für ihre Versionen an, oft sogar kürzer.

Die reale Nutzungsdauer sieht in vielen Unternehmen anders aus. Server, die technisch für 5 Jahre ausgelegt sind, laufen in der Praxis 8 bis 10 Jahre. Bei Datenbanksystemen sind 10 bis 15 Jahre keine Seltenheit. Und Anwendungssoftware, insbesondere selbst entwickelte, kann 15 Jahre und mehr im Einsatz bleiben, oft länger als die Firma, für die sie ursprünglich gebaut wurde, sich noch an den ursprünglichen Auftrag erinnert.

Der Grund dafür ist einfach: Ein System, das läuft, wird selten aus Prinzip ersetzt. Es wird ersetzt, wenn es ausfällt, wenn es zu teuer wird oder wenn ein akuter Anlass dazu zwingt.

Netzwerktechnik hält oft am längsten

Switches, Router und Firewalls werden von Herstellern meist für 5 bis 8 Jahre kalkuliert. In der Praxis bleiben viele Geräte 10 Jahre oder länger im Netz, solange sie funktionieren und kein akuter Sicherheitsvorfall den Austausch erzwingt. Das senkt kurzfristig die Kosten. Es erhöht aber das Risiko, weil Netzwerktechnik ohne Firmware-Updates zunehmend zur offenen Flanke wird.

Was die Verlängerung über die empfohlene Frist kostet

Länger laufen zu lassen klingt zunächst nach Ersparnis. Kein Neukauf, keine Migration, kein Projekt. Diese Rechnung ist nur auf den ersten Blick richtig.

Ältere Hardware verbraucht mehr Strom pro Leistungseinheit als aktuelle Generationen. Bei Servern, die rund um die Uhr laufen, summiert sich das über Jahre zu einem spürbaren Posten in der Stromrechnung. Dazu kommt ein höheres Ausfallrisiko: Komponenten altern, Lüfter und Netzteile sind die ersten Schwachstellen, und ein Ausfall trifft ein System meist genau dann, wenn er am ungünstigsten ist.

Bei Software wird es teurer, sobald der Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr liefert. Ab diesem Punkt trägt das Unternehmen das volle Risiko für jede neu entdeckte Lücke. Was das konkret bedeutet, beschreibt unser Artikel zum End of Life bei Hardware im Detail.

Ein dritter Kostenfaktor wird oft übersehen: Wissen. Je länger ein System unverändert läuft, desto weniger Menschen im Unternehmen verstehen es noch vollständig. Wenn dann doch ein Wechsel ansteht, wird die Migration teurer, weil niemand mehr genau sagen kann, was das alte System eigentlich alles tut.

Warum die Lebensdauer je nach Systemtyp so unterschiedlich ausfällt

Nicht jedes System altert gleich schnell. Drei Faktoren bestimmen, wie lange ein System realistisch durchhält.

Erstens die Kritikalität. Ein System, das täglich im Kundenkontakt steht, wird eher aktualisiert als ein internes Tool, das nur einmal im Monat läuft. Zweitens die Komplexität der Integration. Je mehr andere Systeme an einem System hängen, desto teurer und riskanter wird ein Austausch, und desto länger bleibt das alte System im Einsatz. Drittens die Dokumentation. Systeme mit guter Dokumentation lassen sich leichter modernisieren, weil der Aufwand kalkulierbar ist. Systeme ohne Dokumentation bleiben oft aus Angst vor dem Unbekannten unangetastet, selbst wenn ein Austausch sich lohnen würde.

Ein strukturiertes Lifecycle-Management setzt genau hier an. Es sorgt dafür, dass die Entscheidung über den Weiterbetrieb auf echten Daten beruht statt auf Bauchgefühl. Wie ein solcher Prozess im Unternehmen aussieht, erklärt unser Artikel zum EOL-Prozess und Lifecycle-Management.

Wer die IT System Lebensdauer der eigenen Infrastruktur systematisch erfassen will, kommt an einem zentralen Register aller Systeme kaum vorbei. Ohne dieses Register bleibt jede Entscheidung über Austausch oder Weiterbetrieb eine Schätzung. Mit ihm wird sie überprüfbar. Wie ein solches Lebenszyklusmanagement konkret aufgebaut wird, zeigt unser Artikel IT-Lebenszyklusmanagement in der Praxis.

Wann ein längerer Betrieb sinnvoll ist, und wann nicht

Nicht jedes alte System muss ersetzt werden, nur weil es alt ist. Ein System, das stabil läuft, gut überwacht wird und dessen Risiken bekannt und kontrolliert sind, kann durchaus über die empfohlene Herstellerfrist hinaus im Einsatz bleiben. Entscheidend ist, dass der Weiterbetrieb eine bewusste Entscheidung ist und keine, die aus Zeitmangel nie getroffen wurde.

Kritisch wird es, wenn ein System diese drei Punkte nicht mehr erfüllt: Es erhält keine Sicherheitsupdates mehr, seine Ausfälle würden das Geschäft spürbar treffen, oder niemand im Unternehmen kann mehr sagen, wie es im Detail funktioniert. Sobald einer dieser Punkte zutrifft, verschiebt sich das Risiko von einer kalkulierbaren Größe zu einer unkalkulierbaren.

Eine vollständige Bestandsaufnahme der eigenen Infrastruktur ist der erste Schritt, um diese Entscheidung überhaupt treffen zu können. Wie eine solche Bestandsaufnahme abläuft und was dabei typischerweise zutage kommt, zeigt unser Artikel darüber, wie lange Infrastruktur wirklich hält.

Fazit: Reale Lebensdauer ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung

Ob ein System 5 Jahre oder 15 Jahre läuft, hängt selten vom Alter allein ab. Es hängt davon ab, ob jemand die Kosten des Weiterbetriebs kennt und regelmäßig neu bewertet.

Wer nicht weiß, wie alt die eigenen Systeme wirklich sind und was ihr Weiterbetrieb kostet, trifft diese Entscheidung nicht selbst. Sie trifft sich von allein, meist im schlechtesten Moment.

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