Typo3 Upgrade-Pfad: Von alten LTS-Versionen auf den aktuellen Stand

Ihr TYPO3 läuft auf Version 8 oder 9. Die Seite funktioniert, die Redaktion kennt ihr Backend. Nur die Agentur von damals gibt es nicht mehr. Ein Typo3 Upgrade steht seit Jahren auf der Liste und rutscht immer wieder nach unten. Verständlich. Der Weg von einer alten LTS-Version auf den aktuellen Stand ist kein einzelner Klick. Er ist aber planbar. Dieser Artikel zeigt den empfohlenen Pfad und die typischen Stolpersteine. Und er zeigt, wann ein Neuaufbau günstiger ist.
Wie der LTS-Zyklus bei TYPO3 funktioniert
TYPO3 erscheint in festem Rhythmus. Etwa alle zwei Jahre kommt eine neue LTS-Version. LTS steht für Long Term Support, also langfristige Pflege mit Sicherheits-Updates. Dieser verlässliche Takt unterscheidet TYPO3 von manch anderem System. Wie das Modell grundsätzlich funktioniert, erklärt unser Artikel über Long Term Support.
Jede LTS-Version bekommt rund drei Jahre kostenlose Updates. Danach erreicht sie ihr End of Life. Wer mehr Zeit braucht, bucht bei der TYPO3 GmbH einen ELTS-Vertrag. ELTS steht für Extended Long Term Support, also bezahlte Verlängerung. Auch die läuft nur drei weitere Jahre. Danach ist endgültig Schluss.
Zur Einordnung: TYPO3 9.5 erschien 2018, Version 10.4 im Jahr 2020, Version 11.5 im Jahr 2021. Die Versionen 8.7 und 9.5 bekommen heute keine Updates mehr, auch gegen Geld nicht. Version 10.4 hat ihr ELTS-Ende im Frühjahr 2026 erreicht. Aktuelle LTS-Version ist TYPO3 13.4 (Stand August 2026). Version 14 ist bereits angekündigt.
Was passiert, wenn Sie nichts tun?
Sicherheitsforscher finden weiter Lücken im alten Code. Nur schließt sie für abgekündigte Versionen niemand mehr. Automatisierte Scans finden verwundbare TYPO3-Installationen zuverlässig. Das Risiko wächst also mit jedem Monat.
Dazu kommt die PHP-Frage. Altes TYPO3 verlangt altes PHP. Version 8.7 läuft nur bis PHP 7.2, Version 9.5 bis PHP 7.4. Beide PHP-Zweige sind selbst seit Jahren ohne Support. Viele Hoster nehmen solche Versionen aus dem Programm. Dann steht Ihre Seite still, und zwar ungeplant.
Auch die DSGVO spielt mit. Sie verlangt Schutz personenbezogener Daten nach dem Stand der Technik. Ein CMS ohne Sicherheits-Updates erfüllt diesen Anspruch nicht.
Und das Umfeld zieht weiter. Neue Erweiterungen erscheinen nur für aktuelle Versionen. Schnittstellen zu Newsletter, Payment oder CRM verlangen aktuelle Bibliotheken. Ihre Installation kann nicht mehr mitwachsen. Die technischen Schulden wachsen dafür umso zuverlässiger.
Der empfohlene Typo3 Upgrade-Pfad
Die Grundregel: TYPO3 wird Hauptversion für Hauptversion aktualisiert. Ein Sprung von 8.7 direkt auf 13.4 funktioniert nicht zuverlässig. Der Grund sind die Upgrade Wizards. Das sind Assistenten im Install Tool, dem Wartungsbereich von TYPO3. Sie passen Datenbank und Konfiguration an die jeweils nächste Version an. Wer Versionen überspringt, lässt diese Anpassungen aus. Die Folgen zeigen sich später an unerwarteten Stellen.
Der Pfad führt deshalb über die Zwischenversionen. Von 8.7 geht es über 9.5, 10.4, 11.5 und 12.4 auf 13.4. Jeder Schritt betrifft den Kern, die Erweiterungen und die PHP-Version. TYPO3 12.4 verlangt mindestens PHP 8.1, Version 13.4 mindestens PHP 8.2. Planen Sie die PHP-Wechsel also gleich mit ein.
Zwei Schritte verdienen besondere Aufmerksamkeit. Der Sprung auf 9.5 bringt das Site Handling. Das heißt: Domains, Sprachen und URLs konfigurieren Sie ab dort zentral. Die früher übliche Erweiterung realurl entfällt dabei ersatzlos. URLs und Weiterleitungen müssen Sie neu regeln, sonst leidet Ihr Google-Ranking. Der Schritt auf 12.4 ändert viele Schnittstellen für Entwickler. Eigene Erweiterungen brauchen hier meist die größten Anpassungen.
Ein Hinweis zur Technik: Aktuelle TYPO3-Versionen laufen über Composer. Composer ist ein Werkzeug, das Programmbibliotheken und ihre Abhängigkeiten verwaltet. Alte Installationen nutzen oft noch den klassischen Weg. Der Wechsel auf Composer gehört an den Anfang des Pfads, nicht ans Ende.
Arbeiten Sie außerdem nie direkt auf der Live-Seite. Führen Sie jeden Schritt zuerst in einer Kopie aus. Sichern Sie vorher Datenbank und Dateien. Ein sauberes Backup macht jeden Schritt umkehrbar. Und testen Sie nach jedem Sprung. Ein Klick durch die Startseite reicht nicht. Formulare, Suche, Login-Bereiche und Sonderfunktionen brauchen einen echten Durchlauf.
Erweiterungen entscheiden über den Aufwand
Der TYPO3-Kern ist selten das Problem. Die Erweiterungen sind es. Prüfen Sie vor jedem Schritt, ob jede Erweiterung für die Zielversion verfügbar ist. Gepflegte Erweiterungen aus dem offiziellen Verzeichnis machen wenig Ärger. Verwaiste Erweiterungen brauchen einen Ersatz oder fliegen raus. Eigenentwicklungen muss jemand an die neuen Schnittstellen anpassen.
Dabei helfen Werkzeuge. Der Extension Scanner im Install Tool zeigt, welcher Code mit der neuen Version bricht. Das Projekt TYPO3 Rector automatisiert viele dieser Anpassungen. Beides ersetzt keine Tests, spart aber deutlich Zeit.
Wann lohnt der Pfad, wann der Neuaufbau?
Der Weg über alle Zwischenversionen lohnt sich bei gepflegten Installationen. Das heißt: wenige Erweiterungen, saubere Eigenentwicklungen, brauchbare Dokumentation. Dann ist jeder Schritt Routine und das Risiko bleibt klein.
Bei stark verbauten Altsystemen kippt die Rechnung. Fünf Versionssprünge mit jeweils vollem Test kosten Zeit und Geld. Oft ist ein frischer Aufbau auf der aktuellen LTS günstiger. Sie setzen das Design neu um und übernehmen die Inhalte. Die Altlasten bleiben zurück. Diese Migration klingt nach Mehraufwand, ist aber häufig der schnellere Weg. Die Abwägung ähnelt der Entscheidung zwischen Refactoring und Rewrite.
Für beide Wege gilt: erst Bestandsaufnahme, dann Plan. Welche Punkte dazugehören, zeigt unsere Checkliste für die Software-Migration. Sie betreuen daneben noch ein Joomla-Projekt? Dann hilft unser Vergleich der Update-Optionen für Joomla und Typo3.
Was kostet ein Typo3 Upgrade?
Die ehrliche Antwort: Der Aufwand hängt an den Erweiterungen, nicht an der Versionsnummer. Ein einzelner LTS-Schritt bei gepflegter Installation ist in wenigen Tagen erledigt. Der volle Pfad von 8.7 auf 13.4 dauert eher Wochen. Eigenentwicklungen ohne Dokumentation treiben den Aufwand am stärksten. Rechnen Sie grob: Ein Einzelschritt kostet einen niedrigen vierstelligen Betrag. Der volle Pfad einer verbauten Installation erreicht schnell fünfstellige Summen.
Deshalb beginnt bei uns jedes Projekt mit einer Bestandsaufnahme. Danach wissen Sie, was der Weg kostet und wie lange er dauert. Erst dann entscheiden Sie.
Fazit: Der Pfad ist lang, aber planbar
Ein altes TYPO3 wird nicht von selbst besser. Jedes Jahr Aufschub macht den Weg länger und das Risiko größer. Die gute Nachricht: Der Upgrade-Pfad ist klar definiert und gut dokumentiert. Was sich über die Jahre angesammelt hat, tragen Sie in geordneten Schritten ab.
Sprechen Sie uns an. Das Erstgespräch ist kostenlos. Wir schauen uns Ihre Installation an und nennen Ihnen einen realistischen Weg. Danach halten wir Ihr System mit laufender Software-Wartung aktuell.


